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Rückkehr der Seilschaften im Kaunertal

„Wir sind ein Ort mit Tradition – bei uns bleibt alles anders!“ Diesem Motto wurde der Kaunertaler Gletscher am 23. April wieder gerecht. Gemeinsam mit dem Skiclub und der Schischule Kaunertal griffen die Bergbahnen beim „1. Gletscher-Soalrennen“ einen alten Brauch aus den 1930er-Jahren auf – das Seilrennen, das letztendlich aus den Gletscherüberquerungen in einer Seilschaft entstanden ist.

Beim ersten modernen Soalrennen am Kaunertaler Gletscher galt es, als aus drei Personen bestehende Seilschaft auf Skiern einen Riesentorlauf mit leichten Hindernissen zu bewältigen. Die Seillänge war den Teams überlassen, die Befestigung gestaltete sich folgendermaßen: Eine Person war fix am Seil, eine Person war lose mit einem Karabiner verbunden und eine Person hing wiederum fix im Seil mit etwas Schlappseil. Die Zeit war nur gültig, wenn alle drei Teammitglieder in einer Seilschaft im Ziel ankamen.

Insgesamt 15 Teams und somit 45 Teilnehmer gestalteten das 1. Gletscher-Soalrennen dank der diversesten Outfits und Verkleidungen zu einem bunten Treiben, Austragungsort war bei strahlendem Sonnenschein das Karlesjoch. „Es war ein voller Erfolg, die Veranstaltung fand regen Andrang. Es geht hierbei nicht um Geschwindigkeit und die beste Zeit, der Spaß steht ganz klar im Vordergrund. Und den hatten sichtlich alle Teilnehmer. Nächstes Jahr wird es bestimmt wieder eine Auflage geben, wir möchten das Soalrennen nun regelmäßig stattfinden lassen“, erklärt Eugen Larcher, Geschäftsführer der Kaunertaler Gletscherbahnen. Initiiert wurde das Event von der Kaunertaler Skilehrerlegende Gustl Raich.

Erstes Soalrennen seit 1930ern

Auf dem ersten Platz in der Kategorie „Die schnellsten Gruppen“ landete letztlich das Top-Schischule Racing Team, dahinter folgten der Skiclub Kaunertal sowie der Melag Express. Am Start waren unter anderem auch die Kaunertaler Schmuggler, die Feuerwehr, die Schuhplattler sowie die Schützen. Die „Mittelwertgruppe“ wurde angeführt von den „Toni Sailer Abseilern“ aus Deutschland.  Eine Jury bewertete zudem die drei originellsten Gruppen: Hier ging der Preis an die Kaunertaler Bäuerinnen, die mit ihren Kostümen überzeugten. Die langsamste Seilschaft wiederum bekam die „Schröpferwurst“ überreicht.

Zurück geht das „Soalrennen“ auf die 1930er-Jahre. Vor dem Zweiten Weltkrieg fanden bereits zwei Rennen am Ende der Gletscherzunge statt. „Die Seilschaft dient der Sicherheit bei Gletscherüberquerungen, gerade bei schlechter Sicht. Zu jener Zeit gab es noch keine Lifte. Irgendwann dachten sich einige motivierte Kaunertaler Bergführer damals, man könnte daraus ja auch ein Rennen machen und schauen, welche die schnellste Seilschaft ist“, erklärt der 86-jährige Seppl Praxmarer, Kaunertaler Urgestein und ebenso wie Eugen Larcher, Gustl Raich sowie der Kaunertaler Bürgermeister Pepi Raich Mitglied der Jury beim Soalrennen. Er kann sich noch an die beiden Rennen vor rund 80 Jahren zurückerinnern und freut sich über die Rückkehr 2017: „Das Soalrennen ist etwas Einmaliges hier am Kaunertaler Gletscher. Es war sehr schön, das nach so langer Zeit wieder aufleben zu lassen. Da wurden Kindheitserinnerungen wach.“

 

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Fotocredit: Kaunertaler Gletscherbahnen

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Gustav Raich (Skilehrer-Legende aus dem Kaunertal), Ruth Walzthöni (Top Schischule Kaunertal), Josef Raich (Bürgermeister Kaunertal), Sepp Praxmarer (Gletschersoalrennen-Experte/Zeitzeuge) und Eugen Larcher (GF Kaunertaler Gletscherbahnen)

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Die Bäuerinnen waren die originellste Gruppe.

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Die strahlenden Sieger vom Schischule Racing Team

 

 

 

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