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Autotest: Automotive Krise als Chance genutzt

1983 gründet Josef Unterholzner mit zwei Mitarbeitern eine kleine KFZ-Firma in Völlan.  Unbändiger Wille und das Motto „Geaht nit, gib’s nit!“ machten den Unternehmer zu einem bedeutenden Zulieferer der Autoindustrie. Heute baut Autotest Teile für „die schönsten Autos der Welt“. Zu den Kunden gehören Porsche, Audi, BMW, Mercedes, Volkswagen oder Bentley. Im Rahmen der Workshop-Serie „Best learn“  der Stiftung Südtiroler Sparkasse und des TIS innovation park erzählte Josef Unterholzner, wie er das Unternehmen aus dem Nichts aufgebaut und die weltweite Krise der Automobilindustrie in den Jahren 2008 und 2009 als Chance genutzt hat.

Lana, 3. Oktober 2013: „Geaht nit, gib’s nit“ heißt das Buch vom Unternehmer Josef Unterholzner und diese  positive Einstellung zu schwierigen Situationen in seinem Unternehmen haben die Firma Autotest in den 30 Jahren ihres Unternehmens geprägt. Gestartet als kleiner KFZ-Betrieb in Südtirol, ist  Autotest heute europaweit bekannter Zulieferer von Autoteilen aus Polyurethan. Die Spezialität: Anbauteile für die Spitzenmarken der Automobilindustrie und hier vor allem für die Spitzenmodelle der jeweiligen Marken, die in relativ kleinen Serien hergestellt werden. Die Liste der Autotest-Kunden ist heute die Benchmark der Automobilindustrie: Porsche, BMW, Audi, Volkswagen, Lamborghini, Bentley, Skoda,…

Strategie vom ersten Tag an

Kein Wunder also, dass mehr als 20 Jungunternehmer aus Südtirol die Chance nutzten, im Rahmen der „Best-Learn-Reihe“ vom unternehmerischen Können von Josef Unterholzner zu profitieren und der stellte einige spannende Thesen auf, wie man Krisen als Chance für ein Unternehmen nutzen kann.

„Alles, was wir tun, hat einen Hintergrund“, begann Unterholzner seinen Vortrag. „Selbst als kleiner KFZ-Betrieb hatte ich vom ersten Tag an eine Strategie für mein Unternehmen.“ Und diese Strategie war, dass sich der Unternehmer von Beginn an ein Alleinstellungsmerkmal gesucht hat. Im Falle der kleinen Mechaniker-Schmiede war das in den 1980er-Jahren der einzige Leistungsprüfstand für Autos in Südtirol, im Falle der Autoindustrie heute die Lieferung von Spitzenprodukten für die High-End-Produkte der Automobilindustrie.

„Wir haben in unserer Firma immer einen Weg gesucht. Das heißt, wird es schwierig, haben wir nicht aufgegeben, sondern uns die Frage gestellt, wo ist die Lösung?“ Dazu gehört auch, dass man bei Autotest auch in Zeiten des Erfolges nie davon geredet hat, dass man der Beste ist. „Wir sagen immer: Wir wollen der Beste sein und suchen das Potenzial der Verbesserung selbst dann, wenn wir uns schon auf sehr hohem Niveau bewegen.“, erklärte Unterholzner seine Unternehmerphilosophie.

Chancen in der Krise

Besonders interessant für die Teilnehmer des Best-Learn-Seminares war der Umgang von Josef Unterholzner mit der weltweiten Automobilkrise in den Jahren 2008 und 2009. „Im August 2008 war es wirklich so, dass in der Automobilindustrie gar nichts mehr ging. Wir standen von einem Tag auf den anderen praktisch ohne Aufträge da.“, erzählte der Unternehmer aus Lana. „Das Wichtigste war damals, dass wir keinen Tag gezögert haben, sondern sofort gehandelt.“

Als erste Maßnahme fasste Unterholzner den Entschluss, absolut transparent mit der Situation umzugehen und sofort seine Banken, Lieferanten und Mitarbeiter zu informieren. Die zweite Maßnahme war, offensiv in den Markt zu gehen und neue Möglichkeiten für das Unternehmen zu suchen. „Wir haben damals einen Auftrag von Skoda übernommen, 30.000 Tankdeckel zu produzieren, eine Menge, die für die Automobil-Industrie sehr, sehr klein ist und wo uns jeder geraten hat, die Finger davon zu lassen, weil wir mit diesen Teilen keine Erfahrung hatten.“, erzählt Unterholzner. Das Ergebnis: Die Produktion von Tankdeckeln ist heute eines der wichtigsten Standbeine des Unternehmens und war damals mit dafür verantwortlich, dass die Firma weiter bestehen konnte. „Heute profitieren wir davon, dass wir damals die schwere Zeit mit unglaublichem Arbeitseinsatz durchgestanden haben.“

Josef Unterholzner hat aus dieser Krise auch gelernt. Die Strategie des Unternehmens ist es heute, in den kommenden Jahren bis zu 25 Prozent des Auftragsvolumens abseits der Automobilindustrie zu generieren. „Das heißt, wir sind allen neuen Ideen und Anfragen gegenüber sehr offen.“, erklärt der Unternehmer.

Bereits heute produziert Autotest unter anderem Skibindungen und hat noch einige Ideen parat, um das Unternehmen sicher in die Zukunft zu führen. Dabei relativiert Unterholzner: „Sicherheit ist für ein Unternehmen ein relativer Begriff. Es gehört schon sehr viel Risikobereitschaft und Glück dazu, so lange erfolgreich zu sein.“ Im Falle des engagierten Unternehmers aber sicherlich „das Glück des Tüchtigen.“

Erfolg für Best Learn

Die Workshop-Reihe „Best Learn“ von der Stiftung Südtiroler Sparkasse und des TIS innovation park setzt mit dem Seminartermin bei Autotest den Erfolg 2013 weiter fort. „Wir freuen uns darüber, dass immer mehr Jungunternehmer und Entscheidungsträger die Einladung annehmen, von den Besten zu lernen“, erklärt Christian Höller vom TIS und verweist auf die steigenden Anmeldungen zu den Seminaren. „Besonders gut kommt unser Angebot an, dass wir von jedem Unternehmen ein Best-Practice-Video drehen, das online zur Verfügung gestellt wird und demnächst vor allem an Schulen und Universitäten als Unterrichtsmaterial verwendet werden wird.“

Die Serie „Best learn“ wird im Herbst 2013 mit weiteren Workshops fortgesetzt. Alle Videos und Informationen findet man inzwischen auch auf der eigenen Homepage www.best-learn.eu.

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